Über uns

Es wahr einmal

Es Wahr Einmal wurde als Projekt für meine Masterarbeit ins Leben gerufen. Ich lese und schreibe gerne Kurzgeschichten und wollte diese mit Menschen teilen, die genauso gerne wie ich lesen. Nachdem ich mir viele, bereits existierende Webseiten für Kurzgeschichten angeschaut habe, sind mir viele Aspekte aufgefallen, die das Lesen am Bildschirm nicht besonders angenehm gemacht haben. Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, wie ich das selber besser machen könnte? Eine Sache war von Anfang an klar: ich wollte keine langweilige Seite erstellen, auf der bloß Texte im Rohzustand hochgeladen werden. Nein. Ich wollte etwas ganz anderes, etwas schönes,  tatsächlich eine Art Zuhause für meine Geschichten erschaffen. Ich habe dem ganzen also einen Namen gegeben und so begann das Projekt Es Wahr Einmal. Mit den wunderbaren Illustrationen von Franziska Büttner, Diplomstudentin an der Hochschule Darmstadt, bekamen die Texte ein eigenes Gesicht. Sie hat meinen Schreibstil sehr gut verstanden und in jeder kleine oder große Illustration widerspiegelt.

Ich freue mich wirklich sehr, das Projekt endlich vorstellen zu können!

Gabriela Arias Bravo

Über mich

Ich bin Gabriela, 24 Jahre alt und studiere zurzeit an der Hochschule Darmstadt. Ich habe dieses Projekt in meiner Seele schon vor langer Zeit entworfen und dank meiner Masterarbeit, bekam ich endlich die Möglichkeit es zu verwirklichen. Ich schrieb schon von Anfang an sehr gerne. Bereits in der Grundschule habe ich angefangen kurze Gedichte oder Reime zu schreiben. Ursprünglich komme ich aus Ecuador, das kleine Land am Äquator, das für Sonne und Bananen bekannt ist. Daheim hatten wir nur Schreibmaschinen und einem PC, den sich die ganze Familie teilte. Das schnelle Tippen habe ich auf der Schreibmaschine gelernt, dank meines strengen Vater, der ein Tuch über die Tastatur legte, damit ich die Tasten nicht sehen konnte.

Mein Vater und meine Mutter sind der Grund warum ich Literatur liebe. In unserem Haus hatten wir nur einen winzigen Fernseher, dafür aber tausende Bücher, die mir und meine Schwestern vorgelesen wurden. Während meiner Schulzeit ging es mit dem Schreiben richtig los. Ich schrieb über Straßenkinder, beschäftigte Menschen, Horrorgeschichten und sogar ein paar Kindergeschichten für meine Nichte und meinen Neffen.

Mit 18 bin ich nach Deutschland gezogen, um Kultur- und Medienbildung zu studieren. Während dieser Zeit entdeckte ich die neue literarische Form des Poetry Slams und da ich mein Deutsch verbessern wollte, begann ich auf Deutsch zu schreiben. Doch es fiehl mir alles andere als leicht.

Wenn man auf eine andere Sprache, als die eigene schreibt, fühlt man sich oft fremd, so als würde man die Sprache nur kurz ausleihen und müsse man besonders vorsichtig damit umgehen. Für sehr lange Zeit hatte ich dieses Gefühl doch irgendwann habe ich mir gedacht: “Wem gehört Sprache schon, wenn nicht uns allen?”

Oft wurde ich von Freunden oder Fremden Menschen korrigiert, die das sicherlich nur gut gemeint haben. Sie dachten ich brauche das, doch sie irrten sich. Als Ausländer braucht man eine Stimme, da man sie oft zwischen zwei oder mehreren Länder, Flügen und Umzüge verloren hat. Ich habe mich oft geschämt, wenn ich Fehler gemacht habe und habe sogar angefangen zu glauben, ich würde niemals auf Deutsch schreiben können. Heute habe ich meine Stimme wieder gefunden und möchte, dass sie gehört wird. Was man braucht, ist die Möglichkeit zu sprechen, zu schreiben, sich auszudrücken ohne unterbrochen zu werden. Alles andere kommt mit der Zeit, wenn man es am wenigsten erwartet, doch bis dann, sollten wir keine Angst vor Fehlern haben. Statt uns dafür zu schämen, dass wir etwas nicht perfekt können, sollten wir einfach loslegen und es versuchen.

Es wahr einmal ist das Projekt, das mir meine Stimme zurückgegeben hat. Es hat mir gezeigt, dass meine Leidenschaft für Schreiben keine Sprachbarriere kennt und immer in meinem Blut brennen wird.

Viel Spaß beim Lesen!